Öffnungszeiten

11.03.-01.11.2017

Burgführungen:
täglich 9.00 - 17.00 Uhr

Burgschänke:
täglich 10.00 - 18.00 Uhr

Burgführung in englischer Sprache täglich um 12.00
und 15.00 Uhr.

Veranstaltungen

Der Wiederaufbau

Im Zuge der Planungen einer Eisenbahnlinie zwischen Koblenz und Metz entlang der Mosel zu bauen, wurde unsere Region für Ravené interessant und er verliebte sich wohl in die Ruine der Burg Cochem.

Mit dem Baurat Hermann Ende stellte er bereits Anfang 1867 bei der preußischen Domänenverwaltung den Antrag auf Kauf der Ruine, um sie wieder aufzubauen. Etwa ein Jahr später 1868 genehmigte der damalige preußische König Wilhelm der I. den Verkauf unter Berücksichtigung folgender Auflagen:

  1. Erhalt der noch stehenden Reste der Ruine und Aufbau nach historischen Vorgaben (Kupferstich Braun und Hogenberg)
  2. Genehmigung der Baupläne durch den Minister für Wissenschaft
    und Kultur
  3. Teilweise Öffnung der Burg für die Öffentlichkeit
  4. Vorkaufsrecht des Staates

Die Preisfindung: 300 Taler, ist ein symbolischer Preis, man orientierte sich an einem vergleichbaren Fall, den Verkauf der Ruine Hammerstein.

Im Juni 1868 begann man unter der Leitung Professor und königlicher Baurat Ende mit der Aufräumung der gewaltigen Schuttmassen. Sämtliche Grundmauern, Fundamente sowie Keller zur Moselseite und der Brunnen wurden freigelegt und gesichert. Das Hochschloss wurde erbaut, die oberen Räume für den Erbauer eingerichtet.

Ab 1871 begann unter Baurat Julius Carl Raschdorff der zweite Bauabschnitt. Baurat Raschdorff, bekannt für seine Renaissancebauten (Wallraf Richartz, Museum Köln), war zuvor Stadtbaumeister in Köln und hatte sich bereits einen hervorragenden Ruf erworben.

Die Planung der Außengestaltung orientierte sich an den Auflagen beim Kauf. Die Planskizzen aus dem architektonischen Skizzenbuch sind heute noch vorhanden. Die Planung der Innenausstattung lag auch bei Raschdorf, diese Skizzen sind allerdings nicht überliefert.
Die Innenarchitektur wurde Prof. Ernst Ewald aus Berlin übertragen. Er entwarf den aufwendigen malerischen Schmuck an Decken und Wänden innen und außen. Die Brandmalerei führte er entweder selber oder sein Mitarbeiten Göthe sowie Maler Münster aus Köln durch. Aber auch heimische Hand- und Kunsthandwerker wirkten mit. Entsprechend dekorativ sind die Räume und komfortabel die Möbel. Es wurden alte Baustile berücksichtigt, die in tausendjähriger Geschichte angewendet wurden.

So finden unsere Gäste bei den Burgführungen u.a. einen Speisesaal im Neorenaissancestil, ein gotisches und ein romanisches Zimmer vor.

1877 wurden die Einweihung der Burg und die Befahrung des Kaiser Wilhelm Tunnels mit einem Festbankett im Rittersaal der Burg gefeiert. Hochrangige Gäste haben daran teilgenommen. Der Platz an Ravenés Seite blieb leer, seine Frau hatte ihn verlassen.