Öffnungszeiten

18.02.-10.03.2017

Burgführungen:
täglich um 11.00, 12.00 und 13.00 Uhr

Burgschänke:
geschlossen

Veranstaltungen

Legenden um die Burg

Die Fässerschlacht

Wir sind in der Burg Cochem. Zur Zeit ihrer Erbauung schrieb man das Jahr 1000. Und sie war eine mittelalterliche Verteidigungsanlage wie andere Ritterburgen auch.
Etwas vornehmer vielleicht, weil sie die Pfalzgrafen am Rhein beherbergte, die mit den deutschen Kaisern verwandt waren, als alle Kaiser Otto hießen. Mit Machtkämpfen und Intrigen reiht sich die Burggeschichte nahtlos in das gesellschaftliche Gefüge jener Zeit ein. Günstige Heiraten vermehrten die Macht der Mächtigen. Aber auch Mord und Totschlag waren üblich, um unliebsame Mitmenschen oder Rivalen zu meucheln.

So geschehen mit der Pfalzgräfin Mathilde, die 1062 ihren Gatten auf dem Gewissen hatte oder dem Grafen Herrmann von Salm und Luxemburg, vormals deutscher König, der 1086 das wachsame Burgfräulein aus Versehen steinigte. Die rheinischen Pfalzgrafen - mit ihren Territorien eingezwängt zwischen die Erzdiözesen Köln, Trier und Mainz - verließen die Moselregion und residierten fortan in Heidelberg. Das nutzte der Kurfürst und Erzbischof von Trier und vereinte die Erzdiözese Trier mit Koblenz. Die Burg Cochem wurde ein Verwaltungssitz, die Moselregion blieb von Kriegen weitgehend verschont und die Moselaner meinten: „Unter dem Krummstab lässt sich's gut leben!“

Ganz friedlich war es in den deutschen Landen nie. So zog der Ritter Franz von Sickingen mit seinen Landsknechten vor Trier. Der Kurfürst rief seine Landeskinder zu Hilfe. Und von Cochem und Zell machten sich 386 Bewaffnete in Eilmärschen auf nach Trier. Und es muss wohl deren Tapferkeit zuzuschreiben gewesen sein, dass Ritter Franz die Belagerung aufgab und sich zurückzog. Seine Landsknechte aber, voller Zorn über den verschenkten Sieg, ließen ihre Wut darüber an den Moselorten aus.

So ein Haufen zog auch vor Cochem. Als man die Stadttore verrammelt sah, lagerte man auf den Wiesen am Endertbach und rüstete zum Sturm auf die Stadt. Die Cochemer Ratsherren, die die Verteidigung zu organisieren hatten, waren in 1000 Nöten. Da hatte einer eine Idee. Alle waren aufgefordert die leeren Weinfässer auf die Höhe über dem Enderttor zu rollen und dort hochzustapeln. Als der marode Haufen am nächsten Morgen zum Sturm antrat, da löste man die Fässerpyramide. Die Fässer rumpelten und pumpelten die Höhe hinab in die Reihen der Angreifer. Die wurden geschunden und gequetscht und zogen ab.
Wohl meinend, dass dort, wo so viele leere Fässer sind, kaum noch volle sein können und demzufolge die Beute gering sein müsse.

Die Cochemer aber reden heute noch, wenn sie am Stammtisch sitzen, von ihrer damaligen Kriegslist und ihrer gewonnenen Fässerschlacht!

Der Knipp-Montag

Über 40.000 Ritterburgen soll es im deutschen Sprachraum gegeben haben. Sie waren Stützpunkte der Mächtigen. Sie sollten Truppenbewegungen im Lande melden und kleine Gefechte selbst führen, bis die Landesherren ausreichend Truppen zum Kampf verfügbar hatten.

So einen Handstreich auf die Burg Cochem entdeckte ein Burgknecht, der an einem „weißen Sonntag“ (dem 1. Sonntag nach Ostern) auf die Höhe in das Dorf Faid ritt, um seine Liebste zu besuchen. Er entdeckte bewaffnetes fremdes Volk und erfuhr von einem geplanten Angriff auf die Burg Cochem. Der Knecht galoppierte schnurstracks zur Burg zurück und schlug Lärm. Die Burgmannen rüsteten zur Verteidigung. Als am nächsten Morgen der Haufen die Burg angriff, holte er sich blutige Köpfe und zog eiligst ab.

Der Burgherr war seinen Mannen dankbar für ihre Wachsamkeit und Tapferkeit, gab dienstfrei und bestimmte den Montag nach dem „weißen Sonntag“ für Burg und Stadt zu einem Feiertag für alle Zeit.

Seit damals ziehen die Cochemer Bürger mit Körben voller Essen und Krügen voller Wein zu einer Wiese namens „Knipp“ oberhalb der Burg, wo sich die Angreifer bereitgestellt hatten. Sie trinken, essen, singen, sind lustig und das junge Volk holt nach, worauf der Burgknecht und seine Liebste damals in Faid verzichten mussten.

Sie feiern fortan den Knipp-Montag.